11. April 2026
Dankbarkeit & Achtsamkeit optimal eingesetzt
Dankbarkeit und Achtsamkeit werden seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht.
Beide können Depressionen und Angstzustände reduzieren, die mentale Gesundheit erhöhen und die körperliche Gesundheit verbessern.
So wird ihnen zugeschreiben, den Blutdruck senken zu können, den Schlaf zu verbessern und die Gehirnaktivität positiv zu beeinflussen.
Achtsamkeitsübungen sind seit Jahren Trend.
Es gibt viele gute Gründe, achtsam zu sein, mit sich und anderen achtsam umzugehen.
Achtsamkeit bezieht sich auf unsere Gedanken, Emotionen und körperliche Empfindungen im gegenwärtigen Moment.
Mit anderen Worten: Sie nehmen bewusst im Hier und Jetzt wahr, was Sie gerade fühlen, denken und wie Ihr Köper sich anfühlt.
Dabei nehmen Sie nur wahr, bewerten aber nicht.
Achtsamkeit kann dazu führen, dass wir besser verstehen, warum wir gerade fühlen, was wir fühlen und daraus Schlüsse zu ziehen.
Als Resultat können wir beispielsweise unsere Emotionen besser regulieren, weil wir ihre Ursache verstehen.
Es geht nicht, wie manche es verstehen, darum, empfindsamer zu sein, ohne für das Denken und Handeln Konsequenzen zu ziehen.
Der Nachteil der Achtsamkeit ist, dass Sie möglicherweise ein bisschen zu viel in sich hineinhören und das, was Sie da hören oder spüren, falsch interpretieren.
Oder du stellen fest, dass da z. B. Angst ist und bleiben in der Angst stecken.
Wenn Sie z. B. in sich hineinhören, ob Sie eine bestimmte Sache machen sollen, sagen wir den Job kündigen, kann das, was Sie da hören, unterschiedliche Ursachen haben.
Denn woher wissen Sie, ob das Gefühl „Nein, kündige nicht.“ von innen kommt oder nur die Angst vor einem Neuanfang ist?
Ich rate folglich davon ab, ausschließlich dem Gefühl zu vertrauen.
300 Jahre Kant und Aufklärung sollten Grund genug sein, Dinge auch rational zu durchdenken.
In Abgrenzung dazu ist Dankbarkeit eine Methode, mentale Gesundheit zu fördern, indem wir uns nicht auf negative Gedanken, sondern auf positive fokussieren.
Es geht also nicht darum, erstmal genau nachzuspüren, was da gerade in Ihnen oder mit Ihnen los ist. Vielmehr geht es darum, zu bemerken, wenn man gerade in der Negativspirale ist und in den Kaninchenbau abdriftet. Dann arbeitet man sozusagen mit positiven Beispielen dagegen an.
Das hat nichts mit positivem Denken zu tun.
Es ist nur so, dass der Überlebensmodus des Menschen natürlicherweise so angelegt ist, dass er Gefahren erkennt. Aus diesem Grund sind Angst, Furcht, Sorge oder defensives Verhalten als eine Art Default Mode vorgesehen.
Nur, seien wir ehrlich: Es ist nicht immer alles nur schlecht, besorgniserregend, gefährlich in unserem Leben. Meistens ist das Gegenteil der Fall.
Um aus diesem negativen Gedankenmurks herauszukommen, müssen wir uns jedoch aktiv das Positive bewusst machen.
Mach Dankbarkeit sichtbar
Dafür sind Übungen in Dankbarkeit optimal.
Im ersten Schritt ist es wichtig, dass Sie erstmal Ihre Grundstimmung erkennen.
Sind Sie eher der Typ, der das Positive im Leben sieht oder haben Sie immer etwas zu meckern?
Beispiel: Wie reagieren Sie, wenn eine gute Freundin spontan die Abendverabredung absagt?
Sind Sie froh über den freien Abend und genießen die zusätzliche Zeit? Oder regen Sie sich den ganzen Abend über die unzuverlässige Freundin auf?
Je nachdem, welche Grundstimmung Sie haben, werden Sie auf die Situation reagieren.
Zum Glück kann man die Grundstimmung beeinflussen. Sie müssen nämlich nicht so bleiben wie Sie sind.
Wenn Sie eher Typ Miesepeter oder Miesepetra sind, haben Sie etwas mehr zu tun als die rheinische Frohnatur.
Aber Sie können an Ihrer Stimmung arbeiten.
Wie?
Wenn Sie merken, dass Sie gerade in negativen Gedanken verharren (die blöde Freundin hat abgesagt und mir den Abend versaut usw.), machen Sie bewusst eine Pause und reflektieren Sie, was gerade vor sich geht.
Wofür könnten Sie in dieser Situation dankbar sein?
Vielleicht für den freien Abend, an dem Sie sich Ihrem Hobby widmen können.
Vielleicht dafür, dass Sie ungestört in einem tollen Buch weiterlesen können. Vielleicht dafür, dass Sie nicht mehr in die Kälte raus müssen.
Alles im Leben hat zwei Seiten. Schaffen Sie ein Bewusstsein für die andere, die positive Seite.
Sie haben die Wahl.
Dankbar zu sein, ist eine Entscheidung.
Natürlich können Sie die äußeren Umstände nicht immer kontrollieren. Sie können aber immer kontrollieren, was Sie darüber denken.
Nochmal, es geht nicht um positives Denken. Sie sollen nicht eine negative Situation umdeuten. Es ist nur so, dass es neben dieser negativen, schwierigen, belastenden Situation immer auch positive Dinge im Leben gibt. Und auf die fokussieren Sie sich für ein paar Minuten.
Frage Sie sich also mehrmals am Tag: Wofür bin ich gerade dankbar?
Dass die Sonne scheint?
Dass Sie es geschafft haben, heute Morgen aufzustehen, obwohl Ihnen nicht danach war?
Für die Freunde, die in einer schwierigen Lage zu Ihnen halten? Für die Blume, die Sie eben im Park haben blühen sehen?
Wofür sind Sie gerade dankbar?
Üben Sie sich vielleicht einmal darin, „Danke“ zu sagen
Wenn Sie es nicht sowieso schon tun, bedanken Sie sich häufiger.
Danken Sie dem Postboten, der Ihnen die Pakete bei Wind und Wetter bringt.
Bedanken Sie sich, wenn Ihnen jemand die Tür aufhält usw.
Wenn jemand sich bei Ihnen bedankt, schenken Sie ihm oder ihr ein „Gern geschehen.“
Je mehr wir auf diese Weise mit unseren Mitmenschen in Kontakt treten, desto mehr Verbindung bekommen wir zu anderen und desto mehr stärken wir unser Mitgefühl, unsere Empathie.
Das ist gut für unsere Gesundheit und für die unserer Mitmenschen.
Quellen:
Brock, S. (2024). Gratitude is Good Medicine. Stanford Lifestyle Medicine. https://longevity.stanford.edu/lifestyle/2023/11/14/gratitude-is-good-medicine/
Bild: Kaja Kadlecova, Unsplash